Mehr als Empfang: Welche Netzinfrastruktur Unternehmen wirklich brauchen
Shownotes
Kofferscanner am Flughafen, Echtzeit-Tracking in der Logistik, IoT-Sensoren in der Produktion: Moderne Geschäftsmodelle funktionieren nur mit dem richtigen Netz. Wir besprechen die konkreten Anforderungen von Unternehmen – und warum gute Netzabdeckung allein nicht mehr ausreicht.
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Start: End: Liebe Zuhörenden, herzlich willkommen zu einer neuen Folge So klingt Wirtschaft. Und dieses Mal starten wir mit einem Geräusch in unser Thema. Kennt ihr diesen Sound? Ja, so klang Wirtschaft mal. Zwischen 1995 und 2000. Bevor wir damals überhaupt online gehen konnten, mussten wir uns ja erstmal mit einem Modem einwählen. Erst nach dem Einwählen ging es mit Bahnbrechenen 28 ,8 bis 33 ,3 Kilobit pro Sekunde ins Netz. Kleine Zeitenwende, heute sind es mit 5G bis zu 10 Gigabyte pro Sekunde, also mehr als das 2 Millionenfache. Das brauchen wir aber auch. Für Unternehmen hängt nämlich heute immer mehr Wertschöpfung von Netz und Konnektivität ab. Was muss ein Netz also heute leisten, damit Unternehmen im Alltag zuverlässig funktionieren und zugleich für die Zukunft aufgestellt sind? Und welche Rolle spielt ein Business -Netz dabei als Standortfaktor für Wirtschaft und Gesellschaft? Darüber spreche ich heute mit meinem Gast und das ist Alexander Seitz. Alexander ist Director Regional Planning, Delivery and Optimization bei O2 Telefonica und verantwortet Planung, Ausbau und Optimierung von Netzen. Grüß dich Alex. Hallo. SPEAKER_02
Start: End: So klingt Wirtschaft. Zukunftsthemen für Unternehmen. Jeden Mittwoch sprechen wir mit EntscheiderInnen über die Herausforderungen und Trends in ihrer Branche. Mit jeder Menge Insights und neuen Denkanstößen. Aus der Wirtschaft für die Wirtschaft. SPEAKER_01
Start: End: Alex, wo zeigt sich denn am deutlichsten der Unterschied zwischen, ich nenne es jetzt einfach mal Consumer -Netz und wirklich Business -Netz bzw. Unternehmens -Netz? SPEAKER_00
Start: End: Das sind eigentlich drei Anwendungsfelder. Das eine ist der reine Consumer. Der will in der Fußgängerzone schnelle Daten, der will ein YouTube -Video in der S -Bahn anschauen, der will viel Daten an Orten, wo sehr viel los ist. Und dann haben wir den Business -User, der Mitarbeiter der Firma. Der hat ein ähnliches Profil, aber natürlich hat er noch viel mehr Reisetätigkeiten, international, national, der fährt in Zügen, der fährt auf Autobahnen, der will seine Video -Sessions, seine Teams -Calls auf der Autobahn unterbrechungsfrei haben. Der braucht aber vielleicht nicht unbedingt die Gigabit pro Sekunde in der Fußgängerzone in München. Und es gibt natürlich das noch viel Spannenderes, ist das Unternehmen, wo Anwendungen drauflaufen, wo wir Maschinen miteinander reden haben, wo wir Prozesse automatisieren wollen. Und das sind dann komplett andere Anforderungen. Da geht es um Zuverlässigkeit, da geht es um Latenzen. Das sind drei komplett unterschiedliche Anforderungen. SPEAKER_01
Start: End: Du hast gerade schon so ein paar Abstufungen vorgenommen. Einmal Stichwort Geschwindigkeit dann natürlich, Netzverfügbarkeit sowieso und Latenzen. Sind das so die drei Indikatoren, die ein Netz dann eben kennzeichnen und für den Anwendungsfall entscheidend sind? SPEAKER_00
Start: End: Ja, also Throughput -Latenz ganz wichtig und das, was dazwischen ist, ist einfach eine garantierte Übermittlungsverfügbarkeit. Also eine Netzverfügbarkeit über den Tag, über das Jahr 99 ,9x Prozent verfügbar. Aber wir haben natürlich auch dieses Einzelpaket, das muss innerhalb von wenigen Millisekunden in 99 ,9 Prozent der Fälle gesendet werden. Und das ist gerade, wenn man über mobile Anwendungsfälle spricht, immer eine gewisse Herausforderung, wo man dann schauen muss, was ist da möglich und wie kann man das machen, dass es sicher funktioniert. Weil in dem Moment, wo zwei Gabelstapler ineinander fahren, weil ein Paket nicht geschickt wurde, wo der gerade ist, hat man natürlich ein Problem. Mitunter sogar ein sehr teures Problem, ganz genau. SPEAKER_01
Start: End: Lass uns mal bei diesem Thema Netz bleiben. Wenn man sich viele Berichte anguckt, zum Beispiel Bundesnetzagentur, dann sagen die ja ganz oft, Netz ist flächendeckend verfügbar. Kann man sagen, gut, Haken dran, passt alles. Der Fehler steckt da denke ich dann auch oft im Detail, wenn wir sagen, wir brauchen ultraschnelle Anwendungen, damit die Gabelstapler eben nicht ineinander fahren. Warum reicht denn so dieses Thema irgendwie Empfang haben nicht mehr aus? SPEAKER_00
Start: End: Zunächst mal, ich finde es super, dass inzwischen auch eine Bundesnetzagentur sagt, Netz ist verfügbar. Wenn wir uns da fünf Jahre zurück erinnern, war das anders. Da hat eigentlich jeder permanent über Mobilfunk in Deutschland gejammert. Man hat uns mit dritten Weltländern verglichen. Es gibt immer noch Leute, aber eigentlich ist es nicht mehr notwendig. Also diese berühmten weißen Flecken auf der Karte, wie sie ja immer gerne zitiert werden, die werden immer weniger. Die werden immer weniger und wir haben inzwischen höher verfügbare, hohe Geschwindigkeiten, auch im ländlichen Bereich, Zuverlässigkeit in der Stadt. Es gibt auch Benchmarks inzwischen von Connect Magazin zum Beispiel, das die europäischen Flächenländer verglichen hat. Und alle deutschen Mobilfunknetze sind die besten in Europa bei diesen Flächenländern. Und ich glaube, das sind typisch wir Deutschen, die uns manchmal auch schlecht machen. Aber was wir im Mobilfunk in den letzten fünf Jahren geschafft haben in Deutschland, ist glaube ich schon gut. Und gerade wenn man in ländliche Gebiete schaut, Bahnstrecken, weiße Flecken, Bundesstraßen, die irgendwo durch den Wald fahren, sind wir inzwischen sehr, sehr viel weiter, als wir es vor fünf Jahren waren. SPEAKER_01
Start: End: Du hast gerade eben diesen Connect -Netztest angesprochen. Lass uns mal bei euch bleiben. O2 Telefonica, ihr seid eben Kommunikations - und Netzanbieter. Was habt ihr gemacht, damit die weißen Flecken auf der Karte immer weniger werden? SPEAKER_00
Start: End: Wir bauen Masten in Menge und teilweise auch gemeinsam mit den anderen Netzbetreibern, weil wenn wir in den ländlichen Bereich gehen, dann sieht man auch, dass es nicht mehr immer allein wirtschaftlich sinnvoll ist, dass jeder der vier Anbieter einen Mast baut, sondern manchmal bauen wir sie gemeinsam, manchmal bauen wir sie nur für unser Netz. Wir bauen jedes Jahr eine vierstellige Anzahl neuer Masten ins Land. Teilweise sind die auch aufwendig und durchaus teuer, aber das ist auch eine Auflage, dass wir es machen, aber auch weil wir es wollen, weil wir sagen, wir müssen mit unserem Netz natürlich den Kunden da erreichen, wo er es braucht. Gerade wenn wir in Richtung Geschäftsanwendungsfälle gehen, ist es wichtig, dass ich auch, wenn ich im Außendienst unterwegs bin und von einem Ort zum anderen fahre, ich dort zuverlässig meine Datenverbindung habe. Mobilfunk ist ein wichtiger Baustein der Sicherheitsarchitektur in Deutschland. Deswegen ist dort auch eine Verfügbarkeit von dem Mobilfunknetz inzwischen zwingend notwendig. SPEAKER_01
Start: End: Klingt jetzt alles sehr, sehr positiv, aber natürlich gibt es ja immer Verbesserungspotenzial. Ich nehme jetzt mal so ein bisschen die deutsche Nörgler -Perspektive ein. Wo sagst du denn selber, auch aus eurer Sicht, aus Unternehmenssicht, da sind wir noch nicht da, wo wir gerne sein würden? SPEAKER_00
Start: End: Ja, ganz klar, wenn ich Bahnversorgung anschaue, da ist noch ein großer Schritt, den wir machen können. Das ist definitiv auch da besser als vor einigen Jahren, aber dennoch sind immer noch zu viele Stellen, wo man merkt, okay, wenn ich in einem Teams -Call bin, ich schalte mein Video lieber aus, damit es noch funktioniert. Da müssen wir alle noch besser werden. Da muss ich aber auch sagen, ich glaube, dass das die Mobilfunkanbieter alleine nicht schaffen. Das müssen wir zusammen mit der Deutschen Bahn und auch dem Gesetzgeber machen. Da kommen die berühmten Fenster vom ICE irgendwann ins Spiel, ne? Die Fenster vom ICE machen es in vielen Stellen besser. Wir haben aber auch Situationen, gerade in schwachen Versorgungsgebieten, da waren die alten Repeater besser. Deswegen sage ich, gemeinsam muss es gemacht werden. Wir arbeiten auch intensiv mit der Deutschen Bahn zusammen, zum Beispiel in dem Projekt GINT, Gigabit Innovation Track. Heißt konkret was? Da wird geschaut, können wir gemeinsam alle Netzbetreiber zusammen mit der Deutschen Bahn und auch Systemtechnikhersteller neue Konzepte finden, wie wir das Gigabit in den Zug bringen. Das ist so die Idee, dass man sagt, ein Zug braucht ungefähr ein Gigabit pro Sekunde Datenübertragungsrate. Und dafür müssen wir gewisse Mengen an Spektrum in einer gewissen Signalstärke an den Zug bringen. Und da wird getestet, welche Abstände von Masten bräuchte man, welche Designs könnte man bauen, dass man nicht überall vier Antennen innen bauen muss. Und wie kann man das Ganze auch so finanzieren, dass es am Schluss funktioniert. Also Geduld ist dann schon beim Thema Netzdesign auch gefragt, wenn ich das richtig höre. Ein bisschen schon. Ich meine, wenn wir einen neuen Masten bauen, von dem Zeitpunkt, wo wir die Idee haben, bis wir alle Genehmigungen haben, der gebaut ist, die Stromleitung da liegt, können auch vier Jahre vergehen. Ja, und in vier Jahren kann viel passieren, auch für so einen Wirtschaftsstandort Deutschland, wenn sich das Netz nicht weiterentwickelt, richtig? Genau. Aber wie gesagt, wir sind ja auch schon an einem Punkt, wo ich sage, es gibt im Moment keine Ausrede mehr, wo man sagt, ich kann wegen Mobilfunknetz meine Businessprozesse nicht digitalisieren. Wir sind ja an ganz vielen Stellen da. SPEAKER_01
Start: End: Wo sagst du, so ein ultraschnelles Netz bringt den Unternehmen in ihrem Alltag und in ihrer strategischen Weiterentwicklung erst mal selber fürs Business extrem viele Vorteile und in zweiter Instanz der ganze Standort profitiert davon? SPEAKER_00
Start: End: 5G hat verschiedene Dimensionen. Es kann ultraschnell sein, es kann ultraschnell in Latenzen sein, also eine Zeit von Paket gesendet bis Paket kommt an oder es kann ultrahoch verfügbar sein. Ich habe einen super schönen Anwendungsfall gehört, der kommt sogar aus dem Ausland. Das war ein Flughafen. Der hat gesagt, ich möchte die Koffer, die ich aus dem Flugzeug lade, scannen direkt, wenn ich sie auslade oder wenn ich sie einlade beim Beladen und nicht erst in der Halle, weil ich damit eine Genauigkeit habe, wo ist der Koffer, wann war der Koffer. Und damit kann ich meinen Prozess mehr optimieren, kann ich mehr Geld sparen. Jetzt ist das Problem, ich habe dann Handscanner und das haben sie über WLAN gemacht. Aber WLAN auf einem ganzen Flughafengelände ist nicht zuverlässig genug. Und wenn bei jedem zehnten Scan das mal zwei Sekunden dauert, ist die gesamte Produktivität beeinträchtigt. Und das haben sie dann über ein Private -5G -Netz geliefert und gesagt, okay, ich habe hier eine Zuverlässigkeit, ich habe einen garantierten Slice, wo ich sage, ich kriege das in 99 ,99x Prozent der Fälle in unter 10 Millisekunden übertragen, das Paket. SPEAKER_01
Start: End: Also dieser Flughafen ist hingegangen, hat gesagt, okay, ich möchte ein eigenes Campus -Netz, würde ich jetzt mal so sagen. Dann ist dieser Flughafen hingegangen und hat gesagt, okay, aus diesem Campus -Netz nehme ich eine Teilfrequenz, Slice, und die ist nur für diese Anwendung fürs Kofferscan reserviert. SPEAKER_00
Start: End: Genau, und das kann ich entweder auf dem Campus -Netz machen oder ich kann es sogar auf unserem Bestandsnetz machen, nur mit einem Slice. Das kommt ein bisschen auf den Anwendungsfall an, wie viel kann ich noch machen, rentiert sich ein Campus -Netz für mich. Ich habe ja ein Makro -Netz draußen, also das Makro -Netz ist unser normales Mobilfunknetz und ich kann hier mit einem Slice Ressourcen dediziert nur für diesen einen Anwendungsfall machen. Es geht ja nicht darum, dass ich da einen Livestream von allen Koffern schicken will, sondern ich will ja bloß ein paar Datenpakete schicken, aber die können wir mit so einem Slice eben garantieren, dass auch wenn Überlast ist, auch wenn gerade alle Leute gestrandet im Flugzeug sitzen und nochmal sich Videos anschauen, dass es dann noch funktioniert, dass es hundertprozentig sicher ist. SPEAKER_01
Start: End: Wo machen solche Anwendungen denn im Unternehmensalltag Sinn und wo kann man sagen, als Unternehmen kann ich darauf verzichten, ich brauche erstmal nur ein verlässliches Netz? SPEAKER_00
Start: End: Es kommt halt, wie gesagt, ein bisschen darauf an, was bin ich für ein Unternehmen und in welcher Situation bin ich. Wenn ich eigene Shops draußen habe und wirklich dort verkaufe, dann führt an SD -WAN eigentlich kein Weg dran vorbei, weil das eine günstige Möglichkeit ist, meine Standorte, meine Filialen mit rein zu vernetzen, sodass ich eine permanente Sicht auch habe auf die Lagerhaltung vor Ort, auf die Kassensysteme. Ich kann flexible Preise einspielen. Also eine Vernetzung der Filialen macht, glaube ich, immer Sinn. Ich habe aber natürlich auch Anwendungsfälle, wo ich vielleicht an nur einem Standort bin und ich habe eine Fabrikationshalle. Ich habe da auch ein schönes Beispiel, zum Beispiel haben wir mit einem Aluminiumwerk zusammengearbeitet, die Aluminium gießen, also Hochtemperaturverarbeitung und die haben es mit einem Private 5G Netz und einem Ultra Wideband Lokalisierungsnetz so hinbekommen, dass die im dreidimensionalen Raum wissen, wo welche Box ist im Endeffekt und die einen Gabelstapler genau sagen können, Das ist im dritten Regalfach, weil die auf 30 Zentimeter genau in allen Dimensionen wissen, wo welches Produktionsgut ist. Und wenn ich sowas weiß und digitalen Zwilling habe, dann kann ich natürlich im nächsten Schritt die Produktion darauf automatisieren und vielleicht eben den Gabelstapler sogar selber hinfahren lassen, was dann in manchen Situationen vielleicht sogar das Sichere ist und auch natürlich im Hintergrund des Personalmangels vielleicht das Richtige ist, weil ich dort keine Kosten sparen kann. SPEAKER_01
Start: End: Also wenn ich das richtig verstehe, dieses Aluminiumwerk oder diese Aluminiumgießerei hat es geschafft, ihre komplette Anlage zu virtualisieren, dann eben die Prozesse zu digitalisieren und Echtzeit zu vernetzen, dass sie jederzeit ein digitales Abbild, den Zwilling haben, wo sie wissen, Box XY mit dem Werkstoff, den ich jetzt für den nächsten Gießprozess brauche, befindet sich in Halle A und braucht irgendwie noch anderthalb Minuten, bis es in Halle B ist. SPEAKER_00
Start: End: Genau. Und nicht nur, dass wir es in Halle A, sondern Sie wissen sogar, im Halle A, in Reihe 3, im zweiten Stock, für das Fach. Und das Schöne ist, was wir sehen, wenn wir mit den Kunden arbeiten und Lösungen erarbeiten, dass die Probleme, die wir manchmal bei uns in der Netztechnik, in der Netzproduktion haben, ganz ähnlich sind zu dem, was die Kunden haben. Auch wir arbeiten daran, wie können wir digitale Zwillinge unsere Mobilfunkstandorte bauen und welche Mehrwerte können wir damit haben. Und dann ist es manchmal echt spannend in diesem Austausch auch zu sein mit den Kunden und zu sehen, okay, was machen die mit einem digitalen Zwilling und so können wir auch manchmal voneinander lernen. SPEAKER_01
Start: End: Jetzt habt ihr, du hast es auch angedeutet, auch mit Behörden und Co. zu tun. Das sind ja ganz unterschiedliche Anforderungen dann oft. Wie geht ihr dann da so ein Projekt an, bis ihr erstmal von der Anforderung über die Umsetzung bis hin zum Projektabschluss genau die Needs gefunden habt? SPEAKER_00
Start: End: Ja, ist durchaus unterschiedlich zwischen dem Public -Sektor und dem Private -Sektor. Im Public -Sektor sind es meistens sehr klar formulierte Ausschreibungen, wo du genau das anzubieten hast, was gefordert ist. Wir haben trotzdem da sehr interessante und spannende Use -Case, auch wenn es gerade darum geht, wie man zum Beispiel Polizei damit vernetzt, dass sie auch Datendienste haben. Weil Tetra ist derzeit ja nur ein reiner Sprachdienst. Tetra heißt das Polizeifunknetz im Endeffekt. Im Endeffekt brauchen die ja auch manchmal mobile Daten und eine Fahrzeugüberprüfung, Kennzeichenüberprüfung macht mehr Sinn, wenn ich es direkt eintippen kann. Aber wir sehen, dass die Sicherheitsanforderungen da ganz andere sind. Bei den Privatkunden sind wir inzwischen sehr häufig so, dass wir vom Prozess kommend kommen. Also ein Kunde kommt und sagt, er hat ein Prozessthema und möchte das mit uns wirklich weiterverarbeiten. Und dann kommen oft die schönsten Use Cases raus, weil man sagt, okay, wie kann man denn dieses Prozessproblem gemeinsam lösen. SPEAKER_01
Start: End: Also das eine ist wirklich dann eine Frage des Designs und das andere ist eine Frage, wie kann ich so einen ganzen Prozess komplett neu aufsetzen und digitalisieren vielleicht. SPEAKER_00
Start: End: Ja, oder zumindest Teile von diesem Prozess. Ich bin immer vorsichtig zu sagen, ich mache alles neu auf einmal. Dann muss ich mal schauen, okay, ich habe jetzt hier ein Problem, wie kann ich das einfach lösen und dann kann ich wachsen damit und sagen, okay, ich baue eine Struktur, die dann wachsen kann, ich löse das eine Problem, ich baue was zukunftssicheres und dann gehe ich die nächsten Probleme nach und nach an. SPEAKER_01
Start: End: Klingt immer alles ganz nett, wenn ich sagen kann, ich gehe zum Kunden und kann sozusagen auf der grünen Wiese was für mich planen oder ich habe klare Anforderungen, die ich erfüllen muss. Ist ja jetzt, ab und zu hast du es ja dann doch wieder mit Komplikationen zu tun oder auch mit Grenzen. Wo sind denn auch so Grenzen in solchen Prozessen, wo ihr sagen müsst, tut mir leid lieber Kunde, da sind uns die Hände gebunden, wir können dir die Lösung anbieten, aber mehr geht da ja gar nicht. SPEAKER_00
Start: End: Genau, wir haben natürlich physikalische Grenzen, wenn wir über Data Shower reden. Also Datashower ist immer, ich habe ein Produktionsfahrzeug, ein Auto zum Beispiel, das am Schluss des Produktionsprozesses seine gesamte Software aufgespielt bekommt. Und so ein Auto hat inzwischen mehrere Gigabyte an Software. Wenn ich da die Anforderung habe, ich habe dort nur zwei Minuten, wo dieses Auto quasi durch diesen Datashower fließt und ich habe nicht mehr Spektrum als das verfügbare Spektrum, also wie viel Megahertz kann ich in die Luft geben, dann gibt es irgendwo physikalische Grenzen, wie viel Daten kann ich über die Luftschutzstelle übertragen. Da muss man schauen, was kann man tun. Ich muss die Dusche vergrößern sozusagen, ich muss längere Strecke machen oder ich kann mehr Spektrum involvieren. Dann habe ich das Problem manchmal, dass ich auf den Autos vielleicht neue Module brauche. Das sind so diese Punkte, wo man sagen muss, das sind Grenzen, die man anschauen muss. Man hat einen schönen Anwendungsfall, wo es darum ging, auf einer Messstrecke sehr akkurat bei hohen Geschwindigkeiten die Positionen von den Fahrzeugen permanent zu überwickeln. Aber dann hast du natürlich diese Netzübergänge, wo du sagst, du hast die eine Mobilfunkzelle und die andere Mobilfunkzelle. Und in diesen Übergängen Latenzen zu 100 ,0 Prozent zu garantieren, da wird die Physik zum Beispiel schwierig, weil es gibt einfach Frequenzübergänge und die muss man auch irgendwie schauen, wie sie gehen. Wir haben natürlich manchmal regulatorische Grenzen, wobei die meistens für Geschäftskunden nicht die kritischsten sind. Und ganz häufig ist es natürlich, dass du einen Business Case anschauen musst. Wie viel Aufwand muss ich machen, um wie viel Mehrwert zu gewinnen? Und der muss am Ende des Tages immer positiv sein. Die klassische Return on Invest Perspektive. Genau. Und da muss man sicherlich immer arbeiten dran, was kann ich tun versus dem, was will ich damit erreichen. SPEAKER_01
Start: End: Wir haben zum Abschluss jeder Folge mal den sogenannten Gedanken zum Mitnehmen. Mit welcher Frage oder mit welcher These sollen sich unsere Zuhörenden im Anschluss an diese Folge zum Thema Netzdesign, Netzinfrastruktur und schnelles Netz beschäftigen? Was möchtest du denen mitgeben? SPEAKER_02
Start: End: Und jetzt der Gedanke zum Mitnehmen. SPEAKER_00
Start: End: Ja, ich glaube so ein bisschen, wie es auch gerade gesagt hat, dieses, wie kann ich bessere, digitalere Prozesse anbieten, die mich selber effizienter machen, die aber auch meinen Kunden einen Mehrwert machen. Wenn mein Kunde vielleicht sogar sieht, wann welches Produktionsstück genau kommt oder wo es gerade ist, vielleicht hat der auch nochmal einen Mehrwert in seiner Produktivität und kann deswegen einen höheren Preis für das Produkt zahlen. Also es sind glaube ich genau diese Punkte, wo man denken muss, wo kann ich hinkommen, wenn ich wirklich vernetzte Prozesse habe. Ein ganz schönes Schlusswort Alexander, ganz lieben Dank dafür. SPEAKER_01
Start: End: Danke. Ja und liebe Zuhörenden, wir haben jetzt viel über Netz, über Verfügbarkeit, über Praxisanwendungen gesprochen, manchmal sogar ein bisschen technisch. Wenn ihr Fragen dazu habt, dann gebe ich euch einen kleinen Tipp. Schaut gerne mal auf unserem Podcast -Profil nach weiteren Folgen, wenn euch das interessiert. Und ansonsten sage ich ganz lieben Dank fürs Zuhören und bis in 14 Tagen zu einer neuen Folge So klingt Wirtschaft. SPEAKER_02
Start: End: Wirtschaft. So klingt Wirtschaft. Haben Sie Fragen, Kritik oder Anmerkungen? Dann schreiben Sie uns gerne an podcast .handelsblattgroup .com. Gefällt Ihnen, was Sie hören? Dann bewerten Sie uns gerne auf Spotify oder Apple Podcasts.
Crypto Joe
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